> Die 25 Jahre alte Noelia Castillo erhielt am Abend in einem Krankenhaus in Barcelona auf eigenen Wunsch und gegen den Willen ihrer Eltern eine tödliche Spritze, wie das Gesundheitsministerium der Region Katalonien mitteilte. Sie hatte eine Querschnittlähmung, die auf einen Suizidversuch nach sexuellen Übergriffen im Jahr 2022 zurückgeht.
> Wenige Stunden vor dem Vollzug hatte die Spanische Bischofskonferenz (CEE) bedauert, dass “heute in Spanien der Tod als Lösung für Leid dargestellt wird”. Die CEE sprach auf X von einer “Wohlstandsgesellschaft”, die “unfähig ist, zu pflegen und zu lieben”.
Unglaublich, dass die Eltern und die Katholiken der Meinung waren, die Frau müsse jetzt noch so 60 bis 80 Jahre weiter leiden bis sie von alleine stirbt.
VomStaubigenOrt on
die üblichen Verdächtigungen “Kritik unter anderem von konservativen Politikern und der katholischen Kirche”
EdwardDrinkerCope- on
Dass das die katholische Kirche noch mit “Wohlstandsgesellschaft” kommentieren muss…
baalsebul on
Die Religioten sehen Leid als ihren Markenkern.
Webtruster on
Kurze Erinnerung:
Am 26.02.2020 hat das Bundesverfassungsgericht §217 StGB (Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“) für verfassungswidrig erklärt. In der Amtszeit von Jens Spahn als Gesundheitsminister gab es danach aber weder eine zügige Neuregelung noch einen praktikablen Zugang zu den entsprechenden Medikamenten. In der Praxis bleibt der Zugang zur Sterbehilfe damit weiterhin blockiert.
2023 lagen zwei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe vor (ein restriktiver, ein liberaler). Beide sind im Bundestag gescheitert. §217 StGB ist zwar “weg” – dennoch sieht der Gesetzgeber keinen Anlass, ein klares gesetzliches Verfahren zu schaffen.
Propanon on
Es ist irgendwie faszinierend sich die Meinungen zu diesen Themen anzuschauen, besonders unter Gruppen die eigentlich sehr liberal dastehen. Das starke Bekenntnis zum selbstbestimmten und freien Leben bis hin zu einem hyperindividualistischen (nur mich geht an was ich mache!) Dasein kommt bei eben dem selbstbestimmten Tod erstaunlich oft krachend zum stehen, obwohl das eine wirklich logische und kaum zu verneinende Schlussfolgerung ist. Das ist immer sehr unerwartet. Das Recht auf Leben wird teils bis stark als Pflicht zum Leben umgedeutet, und während es im noch großen Teil der Gesellschaft und abseits der absoluten Ränder als Tabu gilt das Recht auf Leben abzusprechen ist es ziemlich weit verbreitet für andere entscheiden zu wollen das ihr Leben nicht schlecht genug zum Sterben ist. Man muss sich selbst den Tod noch irgendwie verdienen.
anotherpangolin on
Ich kann die Kritik tatsächlich nachvollziehen (was mich schockiert, weil Nuñez Feijóo ein HS ist)
Meiner persönlichen Meinung nach ist es ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, dass wir den billigen Tod als Lösung für Probleme anbieten. Es fängt immer mit scheinbar unausweichlichen Situationen an. Irgendwann werden wir soweit sein, dass man sich schämt, nicht die Einschläferung zu wählen, weil man nur noch eine Last für die Angehörigen ist.
Huehnerherzen on
> “Antena 3” berichtete, vor ihrem Tod habe sich Noelia Castillo im Krankenhaus von ihren Eltern, ihrer Oma mütterlicherseits, ihren beiden Schwestern, von zwei Freundinnen und einer Nonne, die sie unterstützt habe, länger als geplant verabschiedet.
Dass eine Nonne sie begleitet hat, finde ich besonders interessant, angesichts der Position der katholischen Kirche zu dem Thema.
Chemical-Idea-1294 on
Wie viele hier wieder einfach nur, weil sie katholische Kirche lesen, billigste Polemiken und Vorurteile loslassen, ohne sich irgendwie Inhaltlich oder sachlich damit auseinanderzusetzen.
Schade, dass die Dame keinen anderen Weg gesehen hat oder sehen konnte.
Als Gesellschaft ist es wichtig, so einen Fall nicht zum Anlass oder Grund dafür zu nehmen, Leute mit Ähnlichem Schicksal in diese Richtung zu drängen oder gar so über sie zu entscheiden.
Jakobus3000 on
Ach ja, die Katholiken. Abschaffen…
QuantumCabbage on
Aus dem Artikel: “Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbar.” Da schwillt mir schon wieder die Pulsader. Vor sechs(!) Jahren(!) hat das BVerfG entschieden, dass das Verbot der Sterbehilfe in Deutschland Verfassungswidrig ist. Und die Regierung, seinerzeit in Person des chronischen Überperformers Jens Spahn? [Ignoriert das Urteil seither](https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/2020/Sterbehilfe-Spahn-boykottiert-Recht,sterbehilfe360.html). Man kann inhaltlich zu dieser Thematik stehen, wie man mag, aber dass ein Urteil des höchsten Deutschen Gerichts einfach wegignoriert wird ist bei weitem nicht der Skandal, der es eigentlich sein sollte.
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> Die 25 Jahre alte Noelia Castillo erhielt am Abend in einem Krankenhaus in Barcelona auf eigenen Wunsch und gegen den Willen ihrer Eltern eine tödliche Spritze, wie das Gesundheitsministerium der Region Katalonien mitteilte. Sie hatte eine Querschnittlähmung, die auf einen Suizidversuch nach sexuellen Übergriffen im Jahr 2022 zurückgeht.
> Wenige Stunden vor dem Vollzug hatte die Spanische Bischofskonferenz (CEE) bedauert, dass “heute in Spanien der Tod als Lösung für Leid dargestellt wird”. Die CEE sprach auf X von einer “Wohlstandsgesellschaft”, die “unfähig ist, zu pflegen und zu lieben”.
Unglaublich, dass die Eltern und die Katholiken der Meinung waren, die Frau müsse jetzt noch so 60 bis 80 Jahre weiter leiden bis sie von alleine stirbt.
die üblichen Verdächtigungen “Kritik unter anderem von konservativen Politikern und der katholischen Kirche”
Dass das die katholische Kirche noch mit “Wohlstandsgesellschaft” kommentieren muss…
Die Religioten sehen Leid als ihren Markenkern.
Kurze Erinnerung:
Am 26.02.2020 hat das Bundesverfassungsgericht §217 StGB (Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“) für verfassungswidrig erklärt. In der Amtszeit von Jens Spahn als Gesundheitsminister gab es danach aber weder eine zügige Neuregelung noch einen praktikablen Zugang zu den entsprechenden Medikamenten. In der Praxis bleibt der Zugang zur Sterbehilfe damit weiterhin blockiert.
2023 lagen zwei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe vor (ein restriktiver, ein liberaler). Beide sind im Bundestag gescheitert. §217 StGB ist zwar “weg” – dennoch sieht der Gesetzgeber keinen Anlass, ein klares gesetzliches Verfahren zu schaffen.
Es ist irgendwie faszinierend sich die Meinungen zu diesen Themen anzuschauen, besonders unter Gruppen die eigentlich sehr liberal dastehen. Das starke Bekenntnis zum selbstbestimmten und freien Leben bis hin zu einem hyperindividualistischen (nur mich geht an was ich mache!) Dasein kommt bei eben dem selbstbestimmten Tod erstaunlich oft krachend zum stehen, obwohl das eine wirklich logische und kaum zu verneinende Schlussfolgerung ist. Das ist immer sehr unerwartet. Das Recht auf Leben wird teils bis stark als Pflicht zum Leben umgedeutet, und während es im noch großen Teil der Gesellschaft und abseits der absoluten Ränder als Tabu gilt das Recht auf Leben abzusprechen ist es ziemlich weit verbreitet für andere entscheiden zu wollen das ihr Leben nicht schlecht genug zum Sterben ist. Man muss sich selbst den Tod noch irgendwie verdienen.
Ich kann die Kritik tatsächlich nachvollziehen (was mich schockiert, weil Nuñez Feijóo ein HS ist)
Meiner persönlichen Meinung nach ist es ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, dass wir den billigen Tod als Lösung für Probleme anbieten. Es fängt immer mit scheinbar unausweichlichen Situationen an. Irgendwann werden wir soweit sein, dass man sich schämt, nicht die Einschläferung zu wählen, weil man nur noch eine Last für die Angehörigen ist.
> “Antena 3” berichtete, vor ihrem Tod habe sich Noelia Castillo im Krankenhaus von ihren Eltern, ihrer Oma mütterlicherseits, ihren beiden Schwestern, von zwei Freundinnen und einer Nonne, die sie unterstützt habe, länger als geplant verabschiedet.
Dass eine Nonne sie begleitet hat, finde ich besonders interessant, angesichts der Position der katholischen Kirche zu dem Thema.
Wie viele hier wieder einfach nur, weil sie katholische Kirche lesen, billigste Polemiken und Vorurteile loslassen, ohne sich irgendwie Inhaltlich oder sachlich damit auseinanderzusetzen.
Schade, dass die Dame keinen anderen Weg gesehen hat oder sehen konnte.
Als Gesellschaft ist es wichtig, so einen Fall nicht zum Anlass oder Grund dafür zu nehmen, Leute mit Ähnlichem Schicksal in diese Richtung zu drängen oder gar so über sie zu entscheiden.
Ach ja, die Katholiken. Abschaffen…
Aus dem Artikel: “Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbar.” Da schwillt mir schon wieder die Pulsader. Vor sechs(!) Jahren(!) hat das BVerfG entschieden, dass das Verbot der Sterbehilfe in Deutschland Verfassungswidrig ist. Und die Regierung, seinerzeit in Person des chronischen Überperformers Jens Spahn? [Ignoriert das Urteil seither](https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/2020/Sterbehilfe-Spahn-boykottiert-Recht,sterbehilfe360.html). Man kann inhaltlich zu dieser Thematik stehen, wie man mag, aber dass ein Urteil des höchsten Deutschen Gerichts einfach wegignoriert wird ist bei weitem nicht der Skandal, der es eigentlich sein sollte.